mac | Einrichtung eines Backups

Nach­dem ich jetzt doch vor­ge­nom­men habe mei­nen Blog auf­zu­hüb­schen, möchte hier noch mal mei­nen Arti­kel, den ich für mac­fi­de­lity geschrie­ben habe, publizieren.

Das Pro­blem

Ich habe einen iMac, wel­cher als Fern­se­her, Video­re­kor­der, Musik­bi­blio­thek, Bücher­da­ten­bank und als Email-Server (Windows-Server in einer VM) funk­tio­niert. Aus die­sem Grund ist der iMac rund um die Uhr an. Wenn so wich­tige Daten auf dem Rech­ner lie­gen, dann bie­tet es sich an regel­mä­ßig ein Backup zu machen. In mei­ner ursprüng­li­chen Pla­nung dachte ich mir: “He, OSX hat Time Machine mit dabei, da brauchst Du Dir um nix mehr Sor­gen zu machen.” — Weit gefehlt!

  • Time Machine will alle Stunde ein Backup machen — warum auch immer?! Ok, das Pro­blem kann man mit dem Time Machine Edi­tor eingrenzen.
  • Für Time Machine ist die VM eine ein­zige Datei, wel­che sich natür­lich immer ver­än­dert und des­we­gen immer wie­der neu kom­plett weg­ge­schrie­ben wird — da reicht die größte Back­up­platte nicht!

Die Lösung

Zuerst möchte ich Time Machine davon über­zeu­gen nur ein­mal in der Nacht ein Backup zu machen. Dazu ver­wende ich den Time Machine Edi­tor. Die­ses Pro­gramm gibt die Mög­lich­keit die fest ein­ge­stell­ten Zei­ten für Time Machine von Apple zu edi­tie­ren. Hier hat man die Mög­lich­keit ent­we­der in einem fes­ten Intervall

time-machine-editor-intervall

oder aber zu fest­ge­leg­ten Zeiten

time-machine-editor-calendar

Time Machine zu starten.

Das Pro­blem mit den gro­ßen Back­ups der VM erschlage ich ein­fach damit, das ich den Ord­ner der VM vom Time Machine Backup aus­schließe und das Backup von Win­dows sel­ber machen lasse. Dazu habe ich auf mei­ner exter­nen Fest­platte ein­fach zwei Par­ti­tio­nen ange­legt, eine Par­ti­tion habe ich Time Machine zuge­ord­net, die andere “gehört” der VM. Es ist auch eine mit HFS for­ma­tierte Par­ti­tion, die ich über VMWares Ord­ner­frei­gabe der VM zuge­ord­net habe. Der Vor­teil dabei ist, das für die VM diese Par­ti­tion ein Netz­lauf­werk ist, wel­ches auch mal weg sein kann, ohne das Win­dows sich dran stört.

Der Zwi­schen­stand

Somit sollte das alles lau­fen und ich glück­lich sein: Lei­der nicht ganz. Ich muß zwar nicht mehr um den Spei­cher­platz mei­ner exter­nen Fest­platte ban­gen und die Back­ups wer­den auch schön in der Nacht gemacht. Aber lei­der fährt auch bei Nicht­be­nut­zung aller ca. 10 Minu­ten die externe Fest­platte hoch um nach ca. 10 Minu­ten wie­der her­un­ter­zu­fah­ren — sehr unbe­frie­di­gend! Nicht nur, das es der Platte nicht son­der­lich gut tut, es nervt auch rein geräusch­tech­nisch und etwas Strom ver­braucht es auch!

Die Zwi­schen­lö­sung

Da ich nicht her­aus­fin­den konnte, was die Platte immer wie­der auf­we­cken läßt (Ein Abschal­ten der Spot­light­in­di­zie­rung auf dem Lauf­werk brachte nicht das gewünschte Ergeb­nis), kam ich auf fol­gende Idee:

Warum nicht die Fest­platte vorm dem Start des Back­ups moun­ten und danach wie­der unmoun­ten? Klingt doch ganz gut. Im Ter­mi­nal ist das ein­fach gemacht:

dis­ku­til mount /dev/disk2s2

damit kann man die Platte einbinden.

dis­ku­til unmount /dev/disk2s2

und damit wie­der aus­bin­den. (Fidel-Edit: disk2s2 trifft im Falle von makomi zu — das kann bei euch gleich sein — muss es aber nicht — Der Mount Befehl im Ter­mi­nal sollte hier wei­ter­hel­fen)

Nun muß das Alles nur noch zeit­ge­steu­ert gestar­tet wer­den. Auch dafür hat OSX wie­der meh­rere Lösun­gen parat:

iCal

iCal bie­tet an, für eine Erin­ne­rung ein Skript auszuführen:

ical-skript

crontab

Als eine Unix-afiner Mensch kenne ich natür­lich cron. In OSX lie­gen die sys­tem­wei­ten Cron-Dateien unter /etc/periodic und dann in den jewei­li­gen Unter­ord­nern daily, weekly, monthly. Jeder Benut­zer kann sich auch ein eige­nes crontab ein­rich­ten. Dies geht mit dem Befehl “crontab –e”. Aber warum die Kom­man­do­zeile bemü­hen, wenn es auch eine GUI dafür gibt: Cron­niX.

Das Pro­gramm ist sehr auf­ge­räumt und selbsterklärend:

cron-ubersicht

Die bei­den Tasks sind schnell angelegt:

cron-mount

cron-unmount

launchd

Und schließ­lich gibt es App­les Ver­bes­se­rung zu cron genannt launchd. Ich habe mich schon immer gefragt, was das eigent­lich ist. Nun, die Erklä­rung ist recht ein­fach: Es ist die Ablö­sung von cron, da es nicht nur zeit– oder inter­vall­ge­steu­ert son­dern auch ereig­nis­ge­steu­ert Aktio­nen aus­füh­ren kann.

Eine guten Über­blick gibt dazu App­les Get­ting star­ted with launchd. Es muß also ein pre­fe­rence file erstellt wer­den — ein xml. Bevor ich sowas hän­dig im Text­edi­tor sel­ber baue, schau ich doch lie­ber nach, ob es nicht dafür schon ein klei­nes Pro­gramm gibt und siehe da: Die kurze Suche ergab Launchd Edi­tor und Lin­gon. Wäh­rend ers­te­res ein Share­ware­pro­dukt ist (ok, 5$ ist nicht der Hit, aber das Pro­gramm wurde das letze Mal 2005 aktua­li­siert), ist zwei­te­res Opensource.

Lin­gon ist sehr übersichtlich.

lingon-startscreen

Wenn man einen neuen Task anle­gen möchte, muß man sich ent­schei­den wann er aktiv wer­den soll:

lingon-auswahl

In mei­nem Fall möchte ich, das die Fest­platte auch dann gemoun­tet und wie­der aus­ge­wor­fen wird, wenn kei­ner ange­mel­det ist, also wird es ein User Daemon:

Und so sehen die bei­den Task aus:

lingon-mount

lingon-unmount

Also ein­fa­ches Erstel­len eines Tasks in nur drei Schritten.

Klingt schon mal gut und als Zwi­schen­lö­sung macht es genau das, was ich möchte.

Die Wün­sche

Natür­lich schreit das Ganze nach Optimierungen:

Nach­dem die Platte ein­ge­bun­den ist, könnte doch gleich Time Machine ange­sto­ßen wer­den um die Daten zu sichern. Aber wie ich Time Machine per Kom­man­do­zeile dazu über­re­den kann ein Backup zu machen habe ich noch nicht her­aus­ge­fun­den. Und wie kann ich Time Machine sagen, das nach erfolg­tem Backup wie­der­rum ein Skript aus­ge­führt wer­den kann (näm­lich das Unmoun­ten der Fest­platte)? Oder aber wie funk­tio­niert das Skript­ing mit VMWare? Wie kann ich dort einen Befehl star­ten und nach Been­den des Befehls den Sta­tus­code an ein Skript in OSX zurückgeben?

Ähnli­che Arti­kel zu die­sem Thema:

  1. bash | Back­ups mit tar
  2. mac | Mac­book Pro 3,1 und der NVIDIA-Bug und Time Machine
  3. mac | launchd näher beleuchtet
  4. debian | Backup per SSH
  5. mac | Menüleistenstöckchen

  1. Noch keine Kommentare vorhanden.

  1. 21. Mai. 2009
    TrackBack von: makomi.de
  2. 11. Jun. 2009
  3. 13. Okt. 2009
:) :( ;) :mrgreen: :lol: :roll: :idea: :oops: more »