debian | Paketverwaltung und die Quellen

Über die Paket­ver­wal­tung wurde schon viel geschrie­ben und ich will das auch nicht alle noch­mal durch­kauen. Aber, da man das nicht jeden Tag anfässt, möchte ich — auch für mich — zusam­men­fas­sen, mit wel­chen Ein­trä­gen man die opti­male Paket­aus­wahl hat.

Direkt nach der Instal­la­tion fin­det man eine recht mini­male Ver­sion der Quel­len in /etc/apt/sources.list

# deb cdrom:[Debian GNU/Linux 5.0.2 _Lenny_ - Official i386 NETINST Binary-1 20090629-11:06]/ lenny main
 
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ lenny main
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ lenny main
 
deb http://security.debian.org/ lenny/updates main
deb-src http://security.debian.org/ lenny/updates main
 
deb http://volatile.debian.org/debian-volatile lenny/volatile main
deb-src http://volatile.debian.org/debian-volatile lenny/volatile main

Das For­mat einer sol­chen Zeile läßt sich wie folgt zusammenfassen:

deb/deb-src uri distribution [component1] [component2] [...]

Kurz zum Auf­bau einer sol­chen Zeile:

deb bzw. deb-src

Dar­über defi­niert man die Art der Pakete. deb stellt dabei die debian-Pakete im Binär­for­mat dar, deb-src die Pakete mit den Pro­gramm­quel­len, wel­che selbst­stän­dig kom­pi­liert wer­den kön­nen. Wenn man nicht sel­ber aus Quell­da­teien etwas kom­pi­lie­ren will, kann man alle deb-src Ein­träge löschen — das spart Platz und beschleu­nigt die Aktua­li­sie­rung der zur Ver­fü­gung ste­hende Pakete.

uri

Hier steht die URL des soge­nann­ten Repo­sitory,  sprich dem Ort, wo alle Pakete zu fin­den sind.

distribution

Mit die­sem Ein­trag defi­niert man die debian-Version, für die man Pakete haben möchte. Dies geht ein­mal über den Namen der Ver­sion — im obi­gen Bei­spiel lenny, oder aber über die Platz­hal­ter sta­ble, tes­ting und unsta­ble.

component

Das ist der inter­es­san­teste Teil der Zeile, da hier die Paket­sek­tion defi­niert ist, die aus lizenz­recht­li­chen Grün­den ein­ge­rich­tet wur­den — die Unter­schei­dung ist bis­her main, con­trib und non-free.  Wen die Unter­schiede näher inter­es­siert, der sollte hier weiterlesen.

Nun aber zum »Pim­pen« der/etc/apt/sources.list:

In mei­nem Fall flie­gen alle deb-src Ein­träge weg, alle deb Ein­träge bekom­men zu main noch con­trib und non-free hinzu. Dann kom­men die Back­ports Ein­träge hinzu. Was das ist, sagen die Macher perfekt

Back­ports are recom­pi­led packa­ges from tes­ting (mostly) and unsta­ble (in a few cases only, e.g. secu­rity updates), so they will run wit­hout new libra­ries (whe­re­ver it is pos­si­ble) on a sta­ble Debian dis­tri­bu­tion. I recom­mend you to pick out sin­gle back­ports which fits your needs, and not to use all back­ports avail­able here.

Damit sieht die sources.list jetzt so aus

# deb cdrom:[Debian GNU/Linux 5.0.2 _Lenny_ - Official i386 NETINST Binary-1 20090629-11:06]/ lenny main
 
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ lenny main contrib non-free
 
deb http://security.debian.org/ lenny/updates main contrib non-free
 
deb http://volatile.debian.org/debian-volatile lenny/volatile main contrib non-free
 
deb http://www.backports.org/debian lenny-backports main contrib non-free

Nach­dem man die Back­ports ein­ge­tra­gen hat, muss man noch die digi­ta­len Signa­tur für die Back­ports installieren:

apt-get install debian-backports-keyring
Paketlisten werden gelesen... Fertig
Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut
Lese Status-Informationen ein... Fertig
Die folgenden NEUEN Pakete werden installiert:
  debian-backports-keyring
0 aktualisiert, 1 neu installiert, 0 zu entfernen und 0 nicht aktualisiert.
Es müssen 3362B an Archiven heruntergeladen werden.
Nach dieser Operation werden 49,2kB Plattenplatz zusätzlich benutzt.
WARNUNG: Die folgenden Pakete können nicht authentifiziert werden!
  debian-backports-keyring
Diese Pakete ohne Überprüfung installieren [j/N]? j
Hole:1 http://www.backports.org lenny-backports/main debian-backports-keyring 2009.02.20 [3362B]
Es wurden 3362B in 0s geholt (9289B/s)
Wähle vormals abgewähltes Paket debian-backports-keyring.
(Lese Datenbank ... 30406 Dateien und Verzeichnisse sind derzeit installiert.)
Entpacke debian-backports-keyring (aus .../debian-backports-keyring_2009.02.20_all.deb) ...
Richte debian-backports-keyring ein (2009.02.20) ...
OK

Das Alles kann man natür­lich noch ver­fei­nern mit den Quel­len von tes­ting und unsta­ble, aber wer da noch nicht soviel drü­ber weiß, kann Vie­les kaputt machen — des­we­gen lie­ber »Fin­ger weg«.

Links

http://debiananwenderhandbuch.de/sources.list.html

http://www.debian.org/distrib/packages.de.html

http://www.backports.org/

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